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Wie ich zum „Barfuß“-Läufer wurde…

Zum Joggen habe ich mich früher immer zwingen müssen – auch wenn direkt vor meiner Tür eigentlich eine wirklich schöne 5km-Runde lag. Trotzdem hat es ein paar Jahre gedauert, bis ich festgestellte, dass es irgendwie netter ist diese Runde 2x statt nur 1x zu laufen. Plötzlich bekam ich richtig Spaß am Laufen. Gemeinsam mit einem Freund nahm ich dann an einigen Halbmarathons und auch zwei Läufen über die volle Distanz teil – von der Teilnahme an einem 3. Marathon hielt mich nur ein Snowboard-Unfall nur wenige Wochen zuvor ab.



Auch wenn ich den Beinbruch wirklich gut verkraftet habe, hatte ich anschließend keine große Freude mehr an längeren Strecken. Ich lief zwar noch relativ regelmäßig, selten jedoch mehr als 10km. Als ich im letzten Jahr auf der Suche nach einem Nebenjob war, bin ich über eine interessante Anzeige gestolpert – eine Firma hat jemanden für den Verkauf auf Triathlon-Messen gesucht. Und da im Sortiment auch Laufschuhe einer eher unbekannteren amerikanischen Marke waren, schickte man mich kurzerhand zu einer Produktschulung. Allerdings wusste ich nicht, dass es sich bei dieser Produktschulung um das Kick-off Treffen eines gerade ganz frisch zusammengestellten Jedermann-Teams handelte. Schnell wurde klar, dass es einen großen Unterschied zwischen mir und den anderen gab – zum einen waren zumindest die meisten von Ihnen doch deutlich ambitioniertere Läufer, zum anderen war ich im Raum wohl der einzige, der ein bestimmtes Buch („Born to run“ von Christopher McDougall) nicht gelesen hatte. In diesem Buch geht es vor allem um das Barfuß-Laufen, welches wohl ein Aufsetzen des Vorderfußes bzw. vorderen Mittelfußes forciert - im Gegensatz zu den gängigen Laufschuhen, bei denen wie beim Gehen der erste Bodenkontakt durch die Ferse stattfindet.



Die Schuhe der vertretenden Marke sollen eben diesem Barfuß-Stil nachempfinden. Bei der Produktschulung gab es die Gelegenheit verschiedene Modelle zu testen, und ein bestimmtes Modell saß wie angegossen. Für die anschließend geplante kleine Laufrunde hatte ich also meinen Schuh schon gefunden. Man versuchte zwar noch mich auf ein Einsteiger-freundlicheres Modell umzuberaten um den Übergang von den handelsüblichen Laufschuhen zu erleichtern, aber ich kann ganz schön stur sein - und die kleine Runde bestätigte mich darin. Anschließend konnte ich es kaum erwarten meine neuen Laufschuhe zu schnüren. Da man mir (mehrfach) geraten hat mit kürzeren Distanzen zu starten und diese langsam und vorsichtig zu steigern, war ich recht überrascht, dass es beim ersten Lauf zu Hause dann doch gleich 10km wurden – und das ohne jegliche Beschwerden im Bereich der Waden oder Achillessehnen. Wenige Tage später lief ich bereits die doppelte Strecke.



Weil sich aber auch über diese Distanz keine Beschwerden einstellten, kamen mir langsam Zweifel, ob ich denn tatsächlich auch alles richtig machen würde – und da erinnerte ich mich an die Barfuß-Schuhe, die ich mir ein paar Monate zuvor gekauft hatte, nach ein oder zwei Wanderungen dann aber im Schuhschrank vergessen hatte. Wenn ich mit denen keinen deutlichen Unterschied spüren würde, dann wüsste ich es auch nicht mehr. Und siehe da – nach 5km merkte ich meine Waden bereits deutlich. Da mir dieses Gefühl aber durchaus gefiel, nutzte ich für kürzere Laufeinheiten fortan meine Barfußschuhe und griff nur für längere Einheiten zu den neuen Laufschuhen.

Und je mehr ich mit den Barfuß-Schuhen lief, desto mehr stellte ich mir die Frage, was (für mich) wohl noch möglich sei. Könnte ich einen Halbmarathon mit den Barfuß-Schuhe laufen? Warum eigentlich nicht? Meinem ursprünglichen Plan einen Freund bei der Winterlaufserie zu begleiten, machte dann Corona einen Strich durch die Rechnung. Da kam es mir sehr gelegen, dass Anna auch gerne mal die 21,1km laufen wollte. Wir steigerten unsere Distanzen über ein paar Wochen und gingen es vom Tempo ganz gemütlich an – irgendwelche bestimmten Zeiten zu erreichen war ja weder ihr noch mein Ziel. Und was soll ich sagen? Es lief überraschend gut.


Mittlerweile überlege ich sogar eventuell doch nochmal einen Marathon zu laufen - diesmal in Barfuß-Schuhen. Ob Anna mich wohl auch dabei wieder begleiten würde?



Bastis Barfuß-Schuhe












Buch: Born to Run





















Newton Gravity Laufschuhe


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"Das Leben ist zu kurz, um es auf dem Sofa zu verbringen!"

Wir haben festgestellt, dass Mikroabenteuer und Challenges vor jeder Haustür warten. Die Kunst liegt darin sich darauf einzulassen und über seinen Schatten zu springen.

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