Microchallenge:"Tour de Ruhr"
- Anna&Basti

- 28. Okt. 2020
- 3 Min. Lesezeit
Im Frühjahr und Sommer sind wir recht häufig an und auf der Ruhr unterwegs gewesen – am meisten hat es uns aber Spaß gemacht, wenn wir verschiedene „Disziplinen“ kombinieren konnten (z.B. mit dem SUP hin und zu Fuß zurück). Hierbei spielt die Logistik aber eine wichtige Rolle. Eines Abends ist uns die Idee gekommen unsere Hausstrecken so zu verbinden, dass mit überschaubarem logistischen Aufwand eine echte Microchallenge, eine Kombination aus verschiedenen Disziplinen, entsteht. Das Ergebnis sah folgendermaßen aus:

Teil 1 – mit dem Rad (ca. 16km)
Teil 2 – mit dem SUP (ca. 9km)
Teil 3 – joggend (ca. 9km)
Teil 4 – nochmal mit dem Rad (ca. 16km)
Ein Ziel-Datum war auch schnell in’s Auge gefasst – der Tag der Deutschen Einheit, aka der Tag nach Anna’s Geburtstag. Unserer ursprünglichen Idee die Challenge gemeinsam mit ein paar Freunden und Bekannten von Facebook anzugehen machte leider eine zweiwöchige Corona-Quarantäne einen Strich durch die Rechnung. Da wir keine Gelegenheit mehr hatten die Strecke vorab zu kennzeichnen, entschieden wir uns dazu sie doch erstmal alleine anzugehen – unsere Einschätzungen der benötigten Gesamtzeit (inkl. Wechselpausen) lagen irgendwo zwischen 6 (ich) und 8 Stunden (Anna)…
Nach zwei Wochen, in denen das Training auf gemeinsame Workouts im Garten und Cardio-Sessions auf dem Heimtrainer beschränkt war, machten wir uns am Samstagmorgen auf den Weg. Unsere Autos waren strategisch mit der übrigen Ausrüstung geparkt, und der Wetterbericht sah auch gar nicht sooooo schlecht aus. Wir starteten mit dem Rad über den Ruhrhöhenweg und mussten auch schnell feststellen, dass es gute Gründe gibt, warum es sich hierbei um einen Wander- und keinen Radweg handelt. Allen, die der Meinung sind, dass es im Ruhrgebiet keine Anstiege gibt, empfehle ich ein Stück auf diesem Weg zurückzulegen…

Nach knapp 2 Stunden (für 16km!!!) und nur wenigen Schiebe-Passagen hatten wir es dann aber bis zum ersten Wechselpunkt geschafft und konnten uns erstmal ein wenig stärken. Neben der Verpflegung warteten in Anna’s Auto auch unsere beiden SUP’s auf uns. Schnell noch die Boards aufgepumpt, und schon ging’s weiter. Auch wenn es sich bei dem Streckenabschnitt quasi um unsere Feierabend-Runde handelt, kann man dort tatsächlich immer was neues entdecken – diesmal war es eine Stelle, an der so an die 50 Brassen direkt unter der Wasseroberfläche standen. Mal sehen, ob die immer noch an derselben Stelle stehen, wenn wir unseren Angelschein haben. Nach knapp unter 2 Stunden waren wir dann am zweiten Wechselpunkt und somit bei meinem Auto angelangt.

Jetzt kam Anna’s "Lieblingsdisziplin", das Laufen. Es ging über den Ruhrtalradweg zurück zum ersten Wechselpunkt, wo immer noch unsere Fahrräder standen. Auch wenn wir mittlerweile mehr als 4 Stunden unterwegs waren, fühlten wir uns dank der ständigen Wechsel immer noch relativ frisch. Da störte es auch nicht, dass es mittlerweile wieder angefangen hatte zu nieseln. Der richtige Regen sollte ja schließlich nicht vor 15h beginnen – und da wären wir ja nach meiner Rechnung schon (fast) fertig…
Der Regen hat sich an den Plan gehalten, wir leider nicht ganz. Irgendwie haben wir inklusive der Wechselpausen dann doch etwas länger gebraucht als ursprünglich von mir prophezeit. Aber mit meinen Zeiteinschätzungen liege ich ja traditionell weit entfernt von der Realität.
Irgendwann waren wir jedenfalls so nass, dass es dann auch schon wieder egal war. Und da das letzte Drittel der abschließenden Radstrecke nochmal ordentlich Höhenmeter mit sich bringt, machten wir uns auch keine Sorgen eventuell zu unterkühlen. Allerdings ist mir dann im Wald so unglücklich die Kette abgesprungen, dass sie sich zwischen Ritzel und Rahmen verklemmte und weder vor noch zurück wollte. Das Fahrrad konnte ich auf dem letzten Stück also nicht einmal mehr schieben sondern höchsten nur noch tragen. Während ich vermutlich noch stundenlang weiter probiert hätte die Kette irgendwie abzubekommen, war Anna glücklicherweise fokussierter. Oder merkte sie im Gegensatz zu mir einfach nur besser, wie sehr wir bereits ausgekühlt waren. Jedenfalls beschlossen wir mein Fahrrad an einem Wanderparkplatz stehen zu lassen und die letzten Kilometer einer mit dem Rad, einer zu Fuß zurückzulegen. Einmal am Auto angekommen und in neue Klamotten geschlüpft wurde uns langsam auch wieder wärmer, und wir konnten – etwa 7:30 Stunden nachdem wir am Morgen gestartet waren - über das Missgeschick mit der Kette lachen.
Unseren ursprünglichen Plan die Microchallenge mit einer Handvoll Gleichgesinnter gemeinsam zu machen haben wir Corona-bedingt leider verschieben müssen. Wir wollen es im nächsten Frühjahr aber dann nachholen. Meldet Euch einfach, wenn Ihr auch dabei sein wollt – alles, was Ihr braucht, ist ein Rad und ein SUP… Wir würden uns freuen!




Kommentare