Nachts mit dem Kanu unterwegs...
- Anna&Basti

- 7. Juli 2020
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Juli 2020
Wenn man der Meinung ist, dass manche Dinge einfach schon zur Routine geworden sind (z.B. die Lieblings-Jogging-Strecke), kann man ja einfach mal das ein oder andere Element auszutauschen – je wesentlicher diese Elemente sind, desto größer ist meist auch die gefühlte Veränderung. 😉
Für uns war dies der Fall auf unserer „Feierabend-Runde“ auf der Ruhr – die Runde ist sehr schön und idyllisch, allerdings sind wir sie schon das ein oder andere Mal mit dem SUP und dem Kajak von Anna’s Eltern abgefahren. Aber seit einiger Zeit wartete im Garten schon der aufgebaute Faltkanadier von einem Freund darauf, dass wir ihn endlich ausprobierten. Und da wir seit geraumer Zeit mit dem Gedanken spielten auch mal im Dunkeln auf dem Wasser unterwegs zu sein, konnten wir diese beiden Elemente auch schlichtweg miteinander verbinden.
Da ich freitags normalerweise recht lange arbeite, und wir noch ein paar Sachen packen mussten, war es dann glücklicherweise auch schon dunkel, als wir fertig waren. Ihr fragt Euch jetzt sicherlich, was wir auf unsere „Feierabend-Runde“ denn alles mitnehmen mussten. Grundsätzlich nicht allzu viel, aber irgendwie gehört zu einem echten Mikroabenteuer ja noch eine Übernachtung draußen dazu. Eigentlich wollten wir statt im Zelt in Hängematten schlafen – da der Wetterbericht aber ein kleines Gewitter für den frühen Morgen vorhergesagt hatte, sind wir doch lieber auf Nummer sicher gegangen. Die Hängematten mussten sich also noch etwas gedulden.

Der Faltkanadier war schnell auf dem Bus verstaut, und los ging es zum Start. Wir hatten zwar grob eine Stelle vor Augen, an der wir gut übernachten könnten, allerdings wussten wir ja nicht, wie wir vorwärtskommen würden, und ob das Wetter auch tatsächlich mitspielte. Und die ersten Meter im unbekannten Boot (mit Stechpaddel) waren zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig. Diesmal saß ich hinten, Anna vorne – andersherum sind wir im Kajak schon ein eingespieltes Team. Aber der Bootsbesitzer hatte uns noch schnell den „Y-Schlag“ für den Steuermann mit auf den Weg gegeben, und ich war recht guter Dinge ihn auch tatsächlich hinbekommen zu können.
Als wir unsere Kopflampen einschalteten, mussten wir uns allerdings erst einmal um ganz andere Dinge kümmern – es prasselten nämlich gefühlt tausende von Mücken auf uns ein. Schnell hatte Anna ihre Kopflampe wieder ausgemacht und ich meine auf Rotlicht umgestellt. Noch besser ging es aber ganz ohne Lampe – obwohl der Himmel recht bedeckt war, konnten wir uns (meist) überraschend gut orientieren. Außerdem war es ein Spaß an diversen Anglern und Jugendlichen am Lagerfeuer im Boot „vorbeizuschleichen“. Ein paar Kilometer später hatten wir uns dann auch schon ganz gut auf das neue Kanu eingespielt und kamen nun auch zügig voran.

Besonders faszinierend war die Stille, die auf dem Wasser lag - und als der Regen dann später einsetzte, die Geräusche der Regentropfen, die auf die Oberfläche der Ruhr prasselten. Auch wenn wir gefühlt deutlich schneller waren als angenommen, waren wir schon froh unsere avisierte Schlafstelle zu erreichen. Das angekündigte Gewitter war zwar noch etwas entfernt, aber wir wollten es nicht riskieren dann noch auf dem Wasser zu sein.
Unser Nachtlager war auch schnell aufgebaut – wir scheinen doch etwas Routine zu entwickeln. Und auch wenn wir eigentlich noch was zu essen eingepackt hatten, fielen uns schon sehr bald die Augen zu. Die Nacht war allerdings recht kurz, da wir früh am Morgen von Geblöke geweckt wurden. Es klang fast so, als würden die Schafe direkt neben unserem Zelt grasen. Und was für eine Überraschung – denn genau so war es auch.


Abschließend lässt sich sagen, dass wir eine Strecke, die wir eigentlich fast auswendig kennen, ganz neu entdecken durften. Natürlich kostet es Überwindung sich nach einem anstrengenden Arbeitstag spät am Abend nochmal aufzuraffen, aber es lohnt sich eigentlich immer… Wir planen jedenfalls schon die nächste (Mitternachts-)Tour – und diesmal haben wir die Hängematten (statt Zelt) fest eingeplant. 😉
Der Faltkanadier
Annas geliebte Stirnlampe ;)
Bastis Stirnlampe






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