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Eine Woche auf mein Auto verzichten...


Mein Fahrrad habe ich mir vor gut 10 Jahren online bestellt. Effektiv genutzt habe ich es allerdings bis auf eine längere Tour zum Sorpesee (235 km hin&zurück) allerdings nur sehr selten. In der letzten Zeit und nachdem mein Schwager so nett war die Reparatur meines Rads zu übernehmen habe ich aber immer wieder gemerkt wie schnell man auch ohne Auto von Punkt A zu Punkt B kommt. Ich mag die Mischung aus Geschwindigkeit, Krafteinsatz und das Erreichen einer großen Strecke in recht kurzer Zeit.


Nachdem ich nun drei Monate Corona-bedingt im Home Office arbeiten durfte und in dieser Zeit deutlich mehr Sport gemacht habe, als zuvor war es mir ein großes Anliegen diese vielen Sporteinheiten nun auch weiterhin in meinem Büro-Alltag beizubehalten. So habe ich mich in den letzten Wochen öfter mal auf das Fahrrad gesetzt, um meinen Arbeitsplatz zu vereinzelten Terminen zu erreichen. Hin und zurück sind das ziemlich genau 18km.



Es ist schon eine Überwindung morgens um kurz vor 6 aufzustehen und sich dann noch recht verschlafen auf sein Fahrrad zu setzen. Auch das verschwitzt auf der Arbeit ankommen, war erstmal ein Problem für mich, welches zu lösen war. Zudem habe ich es immer abgelehnt viel im Straßenverkehr zu fahren, da ich selbst als Autofahrer oft Probleme mit Fahrradfahrern habe. Etwa die Hälfte meines Arbeitsweges liegt allerdings auf der Straße. Der Rest auf dem rheinischen Esel- dem Fahrradweg in meiner Umgebung. Das Freiheitsgefühl sich nach einem 9-stündigen Arbeitstag auf das Fahrrad zu setzen und aus eigener Kraft nach Hause zu fahren und damit schon eine gute Sporteinheit am Tag gehabt zu haben, brachte mich aber auf die Idee eine Woche lang mal komplett auf das Auto zu verzichten, um zu sehen inwiefern das meinen Alltag verändern wird. Gesagt, getan!


Montag:

Schon in der Nacht hörte ich den Regen gegen die Scheiben prasseln. Dabei war für genau diese Woche das beste Wetter des Jahres angesagt. Eine Überwindung mehr an diesem Montagmorgen fix umzuplanen und sich Wechselkleidung mitzunehmen. Aber ich hatte mir fest vorgenommen meinen Plan durchzuziehen. Auf dem Fahrradweg war es also das Ziel die großen Wasserpfützen großflächig zu umfahren. Im Büro angekommen und umgezogen merkte ich aber schnell, dass es die richtige Entscheidung war meinen Plan nicht schon am ersten Tag der Challenge aufzugeben. Joey Kelly würde jetzt sagen, dass flexible Menschen die größten Gewinner im Leben sind. Als kleinen Gewinner fühlte ich mich an diesem Tag zumindest auch! :D



Dienstag:

Ab Heute war nun aber wirklich bestes Sommerwetter angesagt. Demnach stellte ich mich auf eine schwitzige Fahrt ein und packte wie auch schon am Montag meine Wechselkleidung ein. An diesem Tag wurde mir bewusst wie angenehm es war morgens im Straßenverkehr zu fahren. Es waren kaum Autos unterwegs. Als ich auf den rheinischen Esel abbog und der Radweg sonnendurchflutet war, merkte ich schnell, dass diese Challenge vermutlich nicht nur eine Challenge war, sondern zu einem langfristigen Projekt werden könnte. Auf dem Rückweg dann habe ich eine extra lange Strecke, vorbei an der Zeche Nachtigall und durch das Muttental genommen. Der perfekte Ausgleich nach einem stressigen Arbeitstag.


Mittwoch:

Es wurde immer wärmer! Für heute waren Temparaturen über 30°C angesagt. Auf dem Hinweg merkte ich davon aber zum Glück noch nicht viel. Fast ohne Schwitzen kam ich auf der Arbeit an. Zeitgleich mit einem Arbeitskollegen, der in voller Mountainbike-Montur angefahren kam, was erstmal ein ungewohntes Bild für mich war. Ich merkte immer mehr wie sehr eine gemeinsame sportliche Ebene eine ganz andere Basis zwischen Menschen schaffen kann. Vorher hatte ich mich nie mit ihm unterhalten. Plötzlich war man irgendwie auf eine positiv motivierende Art miteinander verbunden.



Donnerstag:

Da ich am Donnerstag nach der Arbeit einen wichtigen Termin in Herne hatte, musste ich an diesem Tag auf das Fahrradfahren verzichten. Es fühlte sich komisch an morgens ins Auto zu steigen und wie "früher" zur Arbeit zu fahren. Irgendwie erschien mir das als "zu" einfach. Lediglich die Packerei und Klamotten-Planung habe ich nicht vermisst. ;)


Freitag:

Hoch die Hände- fast Wochenende! Für heute standen in der Spitze 32°C im Wetterbericht. Nach der Arbeit war ich bei meinen Eltern zum Kuchenessen eingeladen. Da diese nur ein paar Kilometer von meiner Arbeitsstelle weg wohnen, freute ich mich auf den heutigen Rückweg besonders. Ein recht früher Feierabend und Sonne pur verstärkten meine Laune, als ich dann endlich auf dem Weg zu meinen Eltern war und einen extra langen Rückweg durch den lichtdurchfluteten Wald nahm.

Sonntag:

Da Basti und ich Freitagnacht nach Wetter gefahren sind, um von dort aus mit dem geliehenen Faltkanadier zu starten (Beitrag folgt) fuhren wir Sonntagmorgen mit dem Fahrrad zurück nach Wetter, um Bastis Bulli abzuholen. Das waren die letzten Kilometer meiner Challenge, die mich auf knapp 100km für diese Woche brachten.



Es ist an der Zeit abschließend ein Fazit aus meiner Challenge zu ziehen. Das Projekt eine Woche vor allem meine Arbeitsstelle mit dem Fahrrad zu erreichen, erschien auch mir erstmal recht lapidar. Inzwischen kann ich es mir allerdings gar nicht mehr vorstellen mich morgens in mein Auto zu setzen, um zum Büro zu fahren. Warum? Der größte Vorteil ist es vermutlich einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag zu schaffen. Wer kennt nicht das Gefühl nach der Arbeit unzufrieden auf dem Sofa zu versacken?! Durch das Integrieren der recht simplen Idee mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren kann ich nur Vorteile feststellen:

Der größte Faktor ist es, dass ich bin viel wacher und ausgeglichener auf der Arbeit ankomme und auch wenn ich mein Zuhaue erreiche. Zudem hat man schon eine gute Sporteinheit hinter sich.

Inzwischen habe ich auch den ökologischen Nutzen im Kopf und denke mir, dass es fast unmoralisch sei in mein Auto zu steigen, wenn ich doch auch so einfach klimaneutral fahren kann.





Diese Challenge war mehr als nur ein 7-tägiges Projekt für mich. Auf eine positive Art und Weise empfinde ich das tägliche Fahrradfahren als zwar recht kleine, aber durchaus entscheidende Lebensveränderung. Das scheint die Faszination an Mikroabenteuern zu sein. Egal wie klein diese Challenges und Abenteuer auch sind- sie verändern den Alltag und die Lebenseinstellung in einem beeindruckend großen Maße.



Mein Fahrradcomputer:














Rucksack:
















Fahrradlicht:



Kommentare


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"Das Leben ist zu kurz, um es auf dem Sofa zu verbringen!"

Wir haben festgestellt, dass Mikroabenteuer und Challenges vor jeder Haustür warten. Die Kunst liegt darin sich darauf einzulassen und über seinen Schatten zu springen.

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